Karnas‘ Blog

Technology and Society

Kategorie: KI

Die KI-Hacker kommen

Wer sind die KI-Hacker die angeblich da kommen sollen? Der Begriff eines Hackers ist der Gesellschaft geläufig aber was sollte man unter einem KI-Hacker verstehen? Gibt es denn einen Unterschied zu den schon bekannten Hackern? Schließlich sind doch KI-Systeme auch so etwas wie Computerprogramme? Nicht ganz! In meinem letztem Blog „Die KI vor Gericht“ habe ich beschrieben, dass niemand so richtig nachvollziehen kann, warum eine KI ihre Entscheidung so trifft, wie sie sie trifft und dass es deshalb an der Nachvollziehbarkeit der Entscheidung mangelt für eine Richter. Wenn jetzt ein KI-Hacker das KI-System in seinem Sinne (oder im Sinne seines Auftraggebers) beeinflusst, wird es wegen der fehlenden Nachvollziehbarkeit sehr schwierig sein die externe Beeinflussung nachzuweisen. Die einzige Möglichkeit wäre, dass man den KI-Hacker quasi „in flagranti“ erwischt.  Das klingt jetzt etwas abstrakt aber hier einige Bespiele (aus der Praxis).

Die Facehacker

Das klingt jetzt so, als würde jemand mit seiner Axt auf das Gesicht eines Anderen einschlagen aber keine Angst, es ist hier ganz anders gemeint. In den Medien werden oft Beiträge von neuen  Gesichtserkennungssystemen gezeigt. Oft sind diese Beiträge kritisch bezogen auf den Datenschutz (Big Brother lässt grüßen). Vor allem ist dieses Thema in China ein Paradebeispiel für eine Überwachung der Bürgern seitens des Staates. Aber auch Hierzulande haben wir es mit immer mehr Gesichtskontrollen durch KI-Systeme zu tun. Bestes Beispiel; hierzulande sind Flughäfen aber auch in der Privatwirtschaft immer mehr Einlasskontrollsysteme im Einsatz (z.B. PlaySafe an Spielautomaten im Sinne des Spielerschutzes).

Hier kommen jetzt unsere KI-Hacker ins Spiel. Als erstes fangen die KI-Hacker an sich Masken auszudrucken und an diversen Gesichtserkennungskameras anzuwenden. Schlechte Gesichtskontrollen werden darauf rein fallen und deshalb werden diese in einem nächsten Schritt darauf getrimmt Masken zu erkennen (z.B. durch kombinierte Wärmebildaufnahmen und Gesichtsgestenbewegungen). Irgendwann werden die KI-Hacker solche ein Gesichtserkennungssysteme in die Hände bekommen um weitere „KI-Bildattacken“ auszuprobieren. Sie würden farbige Punkte, Kreuze oder anderweitige Muster ausprobieren, um so das Neuronale Netz der Kamera zu täuschen (gut möglich das irgendwann Tattoos auf Gesichtern von Behörden verboten werden 😉 ). Bei den Menschen nennen Psyhologen so etwas „optische Täuschung“. Es ist sogar denkbar, die Kontrolle gänzlich über das zugrundeliegende System der KI  zu erlangen, da die Bilddaten nicht korrekt von der Vorverarbeitung eingelesen werden und so einen so genannten „Buffer Overflow“ provozieren würden. Man stelle sich vor, dass dadurch Fotos von Terroristen als vertrauensvolle Sicherheitsbeamte von KI-Hackern im Vorfeld durch das Gesichtserkennungssystem in die Flughafendatenbanken abgelegt werden würden. Alles was nötig wäre, wäre ein 3D-Barcode auf der Stirn des KI-Hackers. Ich gebe zu, das klingt ein wenig übertrieben aber es beschreibt sehr gut den Kern der Sache. Das ist was ich unter dem Begriff eines Facehackers verstehe.

Die Autohacker

Und wie sieht es mit den Autoknackern von morgen aus? Nun, aus den „Knacker“ werden „Hacker“! Die Fahrzeuge werden immer intelligenter, so dass ich mir ganz gut vorstellen kann, dass Fahrzeugdiebe die Fahrzeuge anfangen werden zu „überreden“ die Tür zu öffnen. Ich weiß, das ganze klingt verrückt und klingt ein wenig nach dem Film von John Carpenter „Black Star“, wo die Astronuten versuchen die „intelligente“ Bombe zu überreden nicht zu explodieren aber im Grunde genommen, ist dies genau das was „Autohacker“ irgendwann machen werden. Der Grund ist der, dass niemand genau weiß, warum nach dem Lernen die künstlichen Neuronen des KI-Systems so gewichtet sind, wie sie es sind. So wird es sicherlich um das System anzugreifen, irgendwann „KI-psychologische Angriffe“ geben. Übrigens, Trickbetrüger führen auch psychologische Tricks an Menschen und Organisationen durch, um ihre Ziele zu erreichen. Man nennt dies heute „Social Engineering“.

Die Smarthome Einbrecher

Werden wir in Zukunft von IT-Experten vor Ort zu Hause ausgeraubt werden? Das klingt merkwürdig ab ganz so fremd auch nicht. Wenn ein Schloss an der Tür sich z.B. zukünftig durch eine Gesichtserkennung öffnen lassen sollte, was glaubst du was für ein „Schabernack“ zukünftig damit getrieben werden kann von Einbrechern? Ich denke daher, dass es in der Zukunft einen Markt für „3D-Gesichtsmaskendrucker“ geben wird. Die Frage ist aber, was werden die Einbrecher klauen wenn es eh fast alles aus der Cloud zu klauen gibt? Das gleiche wie heute auch. Möbel, Rechner, Fernseher, Fahrräder, Reisepässe … und vor allem,  analoge Dokumente! Dies könnten z.B. diverse TAN-Listen oder offizielle Zugangsdaten von Behörden sein.

Besonders interessant wir es, wenn die Einbrecher vor Ort auf Routern (das sind die kleinen Kästchen welche die Leute bekommen um ins Internet zu gehen) irgendwelche „Trojaner“ installieren. Oft ist es nämlich leichter einzubrechen als einen Internetzgang zu kapern um dadurch anonym unter einen anderen Namen zu surfen. Die Tore stünden offen für Hacker und nichts wäre anonymer um unter einen anderen Namen direkt ins Internet zu gehen. Ganz extrem ist es, wenn die Einbrecher dann vor Ort „nur“ in ihr Rechner eindringen (also physisch) und diverse Schadsoftware installieren, so dass ihre Banktransaktionen angegriffen werden können. Nichts auf ihrem Rechner wäre mehr sicher!

Die Ladendieb-Hacker

Neulich habe ich eine Sendung gesehen, welche einen Laden von amazon in San Francisco zeigte. Dort mussten sich die Einkäufer beim betreten des Stores am Eingang mittels ihrer Smartphone-App einloggen. Danach entnehmen sie das was sie brauchen aus den Regalen und verstauten diese Gegenstände in deren Taschen. Ein „physischer“ Einkaufswagen wurde nicht benötigt. Ist der Einkauf beendet, verlassen die Einkäufer den Laden ohne die Gegenstände an irgend welchen Kassen abzurechnen. Die Frage ist, wie funktioniert solche Einkäufe ohne Kassen? Ganz einfach, in dem man die Einkäufer verfolgt. Die Decken der Räume des Stores sin vollgepflastert mit Kameras. Diese „verfolgen“ die Einkäufer. Es ist klar, dass hier eine ganz neue Generation von Ladendieben heranwachsen werden.

Die Audio-Hacker

Das ganze lässt sich steigern. Warum nicht auch KI-Systeme welche sich am Telefon als andere Personen ausgeben? Da ruft der Freund, Sohn oder der Enkel an und sagt, dass er in Schwierigkeiten steckt und Geld braucht. Oder das KI-System gibt sich als Arbeitnehmer aus und ruft den Arbeitgeber an. Das muss ja nicht in 100% aller Fälle funktionieren aber man kann es ja automatisieren und dem entsprechend auch hoch skalieren, so dass es bei vielen ausreichen wird.

Die Medizin-Hacker

Richtig boshaft wird es in der Medizin. Stelle dir ein KI-Diagnostiksystem vor, welches Hacker kapern, so dass dir anstatt eines Blutsenkungsmittel eines zur Erhöhung verschrieben wird. Kein Scherz, ein Eldorado für Auftragskiller und Erpresser. Ein ganzes Krankenhaus könnte auf diese Art und Weise schweren Schaden erleiden. Damit meine ich nicht die Verwaltungsabteilung, sondern die Patienten. Würde mich daher nicht wundern, wenn irgendwann Terroristen zukünftig Krankenhäuser mittels KI-Hackerattacken anfangen zu terrorisieren.

Der Hackerassistent

Große Hackerangriffe müssen geplant und koordiniert werden. Dies erfordert ein Team. Deshalb existieren bereits jetzt ganze Armadas von Hackerabteilungen innerhalb von Geheimdiensten . Was wenn dies nicht mehr notwendig werden sollte? Ich meine nicht die Hackerangriffe per se, sondern dass dies eine KI ganz alleine durchführt? Letzten Endes werden Arbeitsplätze wegfallen und warum sollte dies bei Geheimdiensten und diversen Hackerorganisationen nicht auch der Fall sein? Man stelle sich vor, dass ein KI-System die Kraft einer ganzen Abteilung von Hackern hätte? Ich nenne solch ein System einen „Hackerassistenten“.

Zusammenfassung

Damit das hier klar ist. Ich möchte die KI nicht verteufeln. Diese wird unserer Gesellschaft weitaus mehr Vorteile als Nachteile bringen. Mich faszinieren aber die Auswirkungen welche KI-Systeme auf die Kriminalität haben werden. Machen wir uns doch nichts vor. Technologien konnten immer seitens Krimineller weitaus effizienter und effektiver eingesetzt werden, als es der Gesetzgeber vermochte. Warum sollte das bei KI-Systemen anders sein? Jedoch diesmal ist es irgendwie anders. Der Zugriff erfolgt über Schnittstellen, welche nicht nur öffentlich sind, sondern auch explizit gewünscht sind zu sein. Es sollen ja die Kameras beobachten und „intelligent“ sein oder um es mit Schlössern zu vergleichen, diese müssen „leicht“ zugänglich sein. Leicht zugänglich für den Besitzer aber auch leicht zugänglich für die Einbrecher. Trotzdem gibt es noch Schlösser und das ist auch gut so!

Die KI vor Gericht

>>Binärlos steht ein Rechner vor Gericht und wartet auf sein Urteil. Lebenslänglich oder nicht, dies ist ihm egal und der Richter zweifelt mittlerweile an die Sinnhaftigkeit seines Berufes. <<

Ich gebe zu, die Situation klingt merkwürdig. Wie kann eine Maschine vor Gericht stehen? Normalerweise können das doch nur Personen (oder Gesellschaften) aber Maschinen? OK. Sie steht also vor Gericht. Weswegen? Sagen wir mal (um es dramatischer zu machen) wegen Mordes. Z.B. nehmen wir an, dass die KI einen Wagen fuhr und die Wahl hatte, entweder in eine Menschenmenge oder gegen eine Wand zu fahren. Die KI entschloss sich das Leben des Beifahrers zu schützen und raste mit voller Wucht in eine Menschenmenge. Diese überquerte gerade einen Zebrastreifen. Auf jeden Fall „steht“ die KI vor Gericht und der Richter fragt die KI, warum sie (kein „Es“) das Fahrzeug so geführt hat, dass es zu dem Unfall kommen konnte. Die KI muss also ihre Entscheidung begründen und jetzt kommen wir so langsam zu dem Kern dieses Blogs. Keine KI, ich wiederhole, keine KI ist heute in der Lager die Entscheidung welche sie trifft zu begründen. Ein Mensch ist im Stande dies zu tun –  eine KI momentan nicht! Eine KI ist heutzutage nichts weiteres als ein „angelerntes“ Neuronales System. Viele Menschen vergessen dies und ich denke, dass dies eines der entscheidenden Hindernisse ist, KI-Systeme das Steuern von Fahrzeugen zu überlassen. Wir haben es hierbei nicht nur mit einer technischen, sondern auch mit einer rechtlichen Herausforderung zu tun.

Nachvollziehbarkeit

Ich habe mal gehört, dass wir Menschen „Kausaljunkies“ sind. Dieser Begriff beschreibt uns Menschen sehr gut und erklärt, warum unsere Gesellschaft so aufgebaut ist wie sie ist. Vor allem unser Rechtssystem. Alles muss Nachvollziehbar sein und das bedeutet, dass Aussagen durch Fakten kausal verbunden sein müssen. Unser Gehirn ist offensichtlich in der Lage dies zu leisten. Wenn unser Gehirn dies kann, müsste es eigentlich auch eine KI können, da diese ebenfalls ähnlich wie ein Geherin aus Neuronen aufgebaut ist. Bedeutet, man bräuchte eine zusätzliche Schicht (oder Bereich), welches in der Lage ist Entscheidungen zu begründen. Doch bedeutet dies, dass die KI ein Bewusstsein bräuchte? Meine Meinung ist „Ja“!. Die KI braucht etwas was dem Bewusstsein ähnelt. Entweder ein „kausales KI-Bewusstsein“ oder wir müssen unser Rechtssystem ändern. Die Frage ist: Wollen wir letzteres?

Haftungsfrage KI oder „Wer zahlt?“

Nachvollziehbarkeit hin oder her. Letzten Endes, reduziert sich alles auf eine Frage, die lautet „Wer zahlt?“. Versicherungen werden in diesem Fall ein ganz neues Geschäftsfeld bekommen, denn es werden nicht nur Fahrzeuge gesondert versichert werden müssen, sondern auch Häuser und Wohnungen (s. Smart Home), sowie anderweitige Geräte (s. Alexa die Eigenständig Kaufverträge abschließt) und Maschinen (s. eigenständig operierende Kräne, die “aus versehen” das falsche haus abreissen).

Autonomes Fahren

Wie sieht es nun mit dem prominentesten und meist diskutiertesten Beispiel aus? Dem autonomen fahren. In Deutschland existieren 5 Automatisierungsgrade des autonomen Fahrens. Diese wären:

Stufe 0 Driver Only:Der Fahrer führt dauerhaft Längs und Querführung am Fahrzeug durch. Es findet kein Eingreifen seitens des Systems statt.

Stufe 1 Assistiert:Der Fahrer führt dauerhaft Längs oder Querführung am Fahrzeug durch. Das System übernimmt jeweils die andere Funktion.

Stufe 2 Teil-Automatisiert:Der Fahrer muss das System dauerhaftüberwachen. Das System übernimmt Längs- undQuerführung in einem spezifischen Anwendungsfall.

Stufe 3 Hoch-Automatisiert:Der Fahrer muss das System nicht mehr dauerhaftüberwachen Er muss aber potentiell in der Lage sein, das Fahren wieder zu übernehmen. Dies hängt vom spezifischen Anwendungsfall ab. Das System erkennt Systemgrenzen und fordert den Fahrer rechtzeitig zur Übernahme auf.

Stufe 4 Voll-Automatisiert:Es ist kein Fahrer im spezifischen Anwendungsfall mehr erforderlich. System kann im spezifischen Anwendungsfall alle Situationen bewältigen.

Stufe 5 Fahrerlos: Von „Start“ bis „Ziel“ ist kein Fahrer erforderlich. Das System übernimmt alle Aufgaben des Fahrers in allen Situationen.  

Man achte hier auf die Bezeichnung „spezifischer Anwendungsfall“. Dies können „einfache“ Sachen wie z.B. Einparkassistenten, Spurhalter, Abstandsregler bis hin  zu eigenständigen Fahrern auf Zuruf sein. In Deutschland sind momentan Fahrzeuge bis zur Stufe 4 zulassungsfähig.  Die „Königsdisziplin“ wäre die Stufe 5 und hier spalten sich die Geister.

Es ist eine „politische“ und keine technische Frage. Technisch gesehen wird das meiner Meinung noch sehr lange dauern. Die Frage ist vielmehr; „Möchten Stufe 5 jetzt schon haben?“. Wenn wir die Stufe 5 betrachten und diese einfach „mit Gewalt“ als Gesetz implementieren, dann steht dem ganzen ja nichts im Weg? So machen es bereits viele Länder und so werden es bald auch viele andere Länder nachmachen. Wenn am Ende statistisch gesehen es weniger Verkehrsunfälle gibt, dann ist doch die ganze Diskussion vollständig obsolet? Man kann die Sache auch umgekehrt betrachten. Soll den jeder Mensch in Zukunft auch fahren dürfen? Gut möglich dass sich zukünftige Generationen über unsere jetzige Gesellschaft wundern (und lustig machen) werden, wie sehr wir doch darauf bestanden haben, Fahrzeuge eigenhändig auf Autobahnen zu fahren.

KI-Gütesiegel

Ich weiß.  Das mit dem KI-Gütesiegel klingt jetzt typisch Deutsch aber brauchen wir nicht so etwas wie eine Qualitätseinschätzung von KI-Systemen? Ist ein KI-System aus China (welches heutzutage als „State of the Art“ anzusehen ist) mit einem aus Frankreich oder Deutschland ( hierzu sage ich nichts) zu vergleichen? Wie soll man eine vernünftige Versicherungspolice abschließen können?  Ich denke, dass es in Zukunft solch einen KI-TÜV zwangsweise geben werden muss und das wird auch gut so sein.

Fazit

Ich hoffe, dass ich mit diesem Artikel einen anderen Blickwinkel auf KI-Systeme geben konnte. Zwangsweise werden wir „Kausalität“ in die KI-Systeme einbauen und unser Rechtssystem überdenken müssen. Wir dürfen deswegen in Europa aber nicht zu langsam vorgehen, da wir anderen Ländern (vor allem China und die USA) auch weiterhin hinterher „humpeln“ werden, anstatt aufzuholen und den Lead zu übernehmen aber geht das mit den jetzigen Technokraten aus Brüssel?

DApps – Die Automaten der Zukunft

Einleitung

Immer mehr Leute reden über DApps. Was sind überhaupt DApps und was haben DApps mit Automaten zu tun? Nun, DApp ist ein sehr allgemeiner Begriff. Er steht für „Distributed Application“. Es handelt sich demnach um „verteilte“ Applikationen, was eigentlich nichts weiter Bedeutet als dass eine App nicht nur einzeln auf Smartphones/Pads/Rechner ausgeführt wird, sondern auch auf allen Geräten die sich gerade online im Netzwerk der DApp-Plattform befindenden . Dadurch entsteht das Bild eines globalen „Weltcomputers“ im Kopf. Demnach können DApps wesentlich leistungsfähiger sein als man es von Apps kennt, die “nur” einzeln ausgeführt werden. Dies kann, muss aber so nicht sein. Die Ethereum Blockchain ist solch ein Fall und aus diesem Blickwinkel möchte ich hier die DApps betrachten.

Eigentlich müssten die DApps DIApps heißen

Kling merkwürdig, ist aber so! Das „I“ steht für „Ineffizient” aber warum? Müsste es nicht genau umgekehrt sein, da so viele Rechner die Ausführung der Applikation durchführen? Das tun sie in der Tat nicht, da alle Apps synchron laufen! Sie führen dem nach alle Rechenschritte nahezu gleichzeitig aus und erzeugen damit auch die gleiche Ausgabe.

Aber warum ist das wichtig?

Angenommen du hast ein Hotelzimmer im voraus gebucht. Du hast es aber nicht einfach so gebucht, indem du deine ganzen persönlichen Daten (geschweige Kreditkartennummer) auf irgend einem Server hinterlegt hast, sondern du führst die Transaktion so durch, dass du „Transaktionsgeld“ (das ist eine andere Geschichte) an die Hotelzimmer-DApp sendest. Da die DApp verteilt ist, können alle Parteien deine Transaktion durchführen und damit für diesen Zeitraum vermerken, dass du das Zimmer nutzen wirst. Wenn du jetzt zum Hotelzimmer kommst und dich (in welcher Form auch immer) identifizierst, werden die Hotelzimmer-DApps (Achtung Plural) angestoßen. Wenn aus der Blockchain als Ergebnis von allen Hotelzimmer-DApps  rauskommt, dass du berechtigt bist das Zimmer zu nutzen, wird die Hotelzimmertür sich öffnen. Dieses einfache Beispiel erläutert sehr anschaulich den Begriff des „Trusted Computing (man sagt auch manchmal “Open Executable”). Hier kommt jetzt auch der Vergleich mit meinen Automaten ins Spiel. Wenn Du einmal eine Münze in einen Automaten einwirfst, so wird die geforderte Aktion „gnadenlos“ bis zum Ende durchgeführt. Niemand kann den Automaten stoppen und genau so ist es mit den DApps. Einmal ein „Token“ (Transaktionsmünze) eingeworfen und mit „Gas“ (Strom) versorgt, wird nichts, aber auch nichts auf der Welt die Durchführung der DApp stoppen. Es ist wie bei einem Automaten und das ist was ich meinte als ich sagte, dass die Automaten der Zukunft so funktionieren werden.

Entsteht hier ein neuer Beruf?

Doch wer programmiert in Zukunft solche DApps? Offensichtlich bedarf es nicht nur Programmier-, sondern auch gewisser „Vertragskenntnisse“. Bekommen hier Anwälte jetzt einen neuen Job? Die werden sie in Zukunft nämlich nach der Einführung von KI-Systeme brauchen. Ich bin der felsen festen Überzeugung, dass es in Zukunft so etwas wie „Smart Contract Anwälte“ geben wird. Damals konnte sich auch niemand vorstellen, dass es so etwas wie „Programmierer“ als Beruf geben wird.

Neue Anforderungen an die Sicherheit?

Und noch eine Sache. Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Warum? Es wird nun mal so sein, dass wenn einmal solch eine DApp oder Smart Contract „scharf geschaltet ist“, dieser nicht mehr unterbrochen werden kann. Aus diesem Grund muss man sich bei der Entwicklung von DApps gründlich Gedanken machen, was die Sicherheit der Ausführung angeht. Bestes Beispiel ist der Constantinopel Hard Fork von Ethereum. Ein externes Sicherheitsunternehmen hat hier die Änderung analysiert, so dass am Ende der Hard Fork nicht nur verschoben wurde, sondern am Ende in zwei Teile aufgeteilt wurde.

Fazit

Ich beende meinen Blogartikel mit nur einer zentralen Aussage, welche DApps auf einen Punkt bringt. Die DApps werden unsere „Süßigkeitsautomaten“ der Zukunft sein!

Der KI-Spieler

Einführung

So manch einer wird, wenn er die Überschrift „Der KI-Spieler“ liest, sofort das Bild von einer „bösen“ Maschinen im Kopf haben, welche durch ihre „brutale und kalte“ Intelligenz die Menschen im Spiel schlägt (Terminator und Matrix lässt grüßen). Damit hat jedoch mein Blogartikel nur indirekt etwas zu tun. Ich verfolge hier einen ganz anderen Gedanken. Mich interessiert, was es für neue Möglichkeiten für die Spielbranche ergeben, wenn KI-Systeme eingesetzt werden. Doch bevor ich das tue, möchte Ich einen kurzen Abstecher in die Vergangenheit machen und dabei die Bedeutung von KI-Systemen bei ihrem Einsatz innerhalb der Spieltheorie zu beschreiben.

Heute

Es stellt sich die Frage; Was leisten KI-Systeme für Gamer und Spielanbieter für einen Mehrwert? Nun, Sie machen die Spiele  interessanter, weil sie wie ein Mensch als Gegner im Spiel antreten. Sei dies direkt (in einer Rolle) oder indirekt (als Strategie). Doch bevor die KI-Systeme eingeführt werden konnten, mussten die Spiele automatisiert werden. Die erste Automatisierung war mechanisch. Bestes Beispiel hierfür sind Geldspielgeräte (Einarmige Banditen). Die zweite Automatisierung fand durch die Integration von Spielen in Rechnern statt. Die bekanntesten Beispiele sind Schach und Dame auf Heimcomputern. Als dann aber auch noch Rollenspiele automatisiert werden mussten, mussten die darin enthaltenen virtuellen Figuren in der Lage sein, wesentlich intelligentere Aufgaben zu übernehmen. Dies wurde durch den Einsatz von KI-Systemen gelöst und damit fängt auch dessen stärkerer Einsatz innerhalb der Glücksspielbranche an. Hier einige bereits jetzt schon existierende Anwendungsfälle:

Poker

Bei Schach, Dame, Go und Co. handelt es sich um Spiele, in dem der Rechner, wenn er genügend „Rechenpower“ besitzt, das Spiel gewinnen kann. Die 70er, 80er und 90er waren voll mit Schachpartien, wo Mensch gegen Computer antrat. Solche Systeme nennt man schwache KI-Systeme. Jenen Spiele liegen dabei alle Informationen vor (man redet hier von deterministischen Spielen). Es reicht prinzipiell reine Computerpower um den Menschen zu schlagen. Beim Poker ist dies jedoch anders. Poker ist ein Spiel mit unvollständigen Informationen (also ein nichtdeterministisches Spiel) und für einen Computer extrem schwierig zu spielen, da es an Intuition und einer Einschätzung der anderen Spieler bedarf. Hier haben sich zwei KI-Systeme herauskristallisiert. Der eine ist „Libratus“ und der andere „DeepStrack“. So besiegte in einem Turnier „Libertus“ vier professionelle Poker-Spieler im Texas Hold’em ohne Limit! So Poker zu spielen ist etwas ganz anderes als dies an einem Glücksspielautomaten zu tun. Ich denke daher, dass KI-Systeme für die Zukunft einen Einzug in „Table-Based-Gaming“-Systemen erhalten werden.

Slot Machines

Hier stellt sich die Frage, was nützt es ein KI-System in eine Slot Maschine zu integrieren, wenn der Spieler beim Spielen eh immer nur den selben Knopf drücken muss. Von daher scheint es nicht richtig erkennbar zu sein, warum es hier einer Intelligenz bedarf. Nun, das menschliche Gehirn versucht in allem was es sieht, und sei es auch noch so zufällig und chaotisch, eine Ordnung zu erkennen. Lotto ist das beste Beispiel. Was bekomme ich nicht immer alles von meinem Schwiegervater zu hören, wenn er mir sagt, wie wenig es doch gefehlt hat um sechs Richtige zu bekommen. Was ich mir daher sehr gut vorstellen kann ist, dass es in Zukunft so etwas wie einen „intelligenten Zufallsgenerator“ geben könnte. Hierbei könnte ein KI-System anhand des Spielverlaufes entscheiden, wann es in den Zufallsgenerator eingreifen sollte, um das Spiel unterhaltsamer zu gestalten und damit den Spieler zu binden. Natürlich bleibt man auch weiterhin innerhalb der  Zufallsverteilung. Das KI-System würde „den lieben Gott spielen J“

Compliance

Das KI-System lässt sich aber auch seitens des Gesetzgebers zum Spielerschutz einsetzen. Vor allem kann das KI-System den Spieler vor unkoordinierten Einsätzen schützen. Dies ist ein Problem welches der Gesetzgeber bei online Casinos hat. Oft bleibt ihm nichts anderes übrig (zu Recht), als das Online-Spiel zu verbieten, was wiederum dazu führt, dass online Casinos in einem „Graubereich“ abwandern. Eine mögliche Lösung wäre, dass das KI-System über das Spielverhalten wacht und dass das Spiel nach fairen Regeln verläuft.

Fraud detection and prevention

Ebenfalls können KI-Syteme  dazu verwendet werden Betrüger in Casinos zu erkennen. Denkbar sind intelligente Kameras. So könnten gesperrte Spieler erkannt werden. Erste Implementierungen von solchen Systemen sehen wir bereits in Deutschland mit „Play Safe“.

Quotenermittlung

Die Ermittlung von Wettquoten ist eine komplizierte und geheimnisvolle Aufgabe. Eine gute Wettquote ist essentiell für das Wettgeschäft. KI-Systeme könnten lernen Wettquoten wesentlich genauer zu ermitteln als es der Mensch kann. Diese können dann auf Wettbörsen gehandelt werden. Durch die Beobachtung des Handel und der Ergebnisse, können die KI-Systeme lernen immer bessere Quoten zu ermitteln.

Croupier

Wir denken doch jetzt schon darüber nach, Roboter als Pflegepersonal einzusetzen. Wenn wir schon so weit sind, warum denn nicht auch gleich diese als Croupiers in Casinos einzusetzen? Star Wars lässt grüßen J.

 

Fazit

Ich bin mir ziemlich sicher, dass zahlreiche weitere Anwendungsfälle hinzu kommen werden. Wenn ich Bedenke, dass die moderne Wahrscheinlichkeitstheorie aus dem  Glücksspiel kam, so kann ich mir ebenfalls gut vorstellen, dass eine neue KI-Theorie aus dieser herkommen könnte.

 

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