Tesla und die deutsche Automobilindustrie

Tesla und die deutsche Automobilindustrie

Als ich an einer Raststätte Pause machte, habe ich zum ersten Mal eine Ladestation von Tesla gesehen. Ein faszinierendes Bild. Dieses wurde noch interessanter, als mir hinter der Ladestation ein geparkter BMW auffiel. Von vorne betrachtet, sah die Szene so aus, als ob eine Schlinge um den Kopf des BMWs liegen würde. Sofort nahm ich mein Smartphone und machte ein Foto von dieser Szene. Da mir das Bild besonders gut gefiel, beabsichtigte ich es auf Facebook zu posten. Leider klappte das Hochladen nicht, da ich wie üblich mal wieder kein Netz hatte. Kein Netz, in einem Land welches sich als Vorreiter neuer Technologien sieht. Kein Netz, in einem Land der Dichter und Denker. Kein Netz, in einem Deutschland des 21 Jahrhundert. Kein Netz!

Was hatte mein Jammern jetzt mit Tesla zu tun? Nun, in Grunde genommen können elektrische Fahrzeuge auch als große Smartphones betrachtet werden, die Personen und Güter transportieren. Damit dies funktionieren kann, braucht es einer flächendeckenden Infrastruktur. Eine Infrastruktur, welche Daten und elektrische Energie bereitstellt. Nur ein „Mobiles Smartphone“ zu bauen reicht nicht aus!

Während ich die Ladesäule betrachtete,  stellte ich mir darauf hin folgende Frage:„Was werden die deutschen Automobilhersteller unternehmen, um sicherzustellen, dass es ausreichend mobile Datennetzwerke und Ladestationen für unsere elektrischen Autos geben wird?“ und „Werden sich die OEMs genauso darum kümmern, wie es Elon Musk (bereits) jetzt mit dem Ausbau seiner Ladestationen für Tesla tut?“. Für Elon Musk spielt es keine Rolle, dass sowohl die Kapazität von Lithium-Ionen-Akkus und deren Aufladegeschwindigkeit nicht ausreicht um einen flächendeckenden Betrieb von Elektrofahrzeugen zu ermöglichen. So groß ist seine Überzeugung in die eigene Geschäftsidee und so groß ist seine „innovative Wucht“. Er will der Erste sein! Können wir das Gleiche von unseren CEOs erwarten? Meine Befürchtung ist, dass dies nicht der Fall sein wird. Die deutsche Autoindustrie und Politik werden weiterhin munter über Verbrennungsmotoren „sinnieren“ und zwar so lange, bis die Diesel- und Benzinmotoren überflüssig werden und die elektrischen Fahrzeuge anderer Länder (USA, China und Frankreich) Wort wörtlich vor unserer Haustür stehen werden. Panik und Aktionismus werden dann auf einmal ausbrechen.

Was tun? Seien wir ehrlich. Wir brauchen Personen wie Elon Musk. Das sind Gründerpersönlichkeiten wie es Karl Benz, Gottlieb Daimler, Adam Opel, Rudolf Diesel und Ferdinand Porsche gewesen sind. Es müssen keine „Deutschen“ oder im herkömmlichen Sinne „Gründer“ sein. Ein Automobilkonzern könnte ein eigenständiges Unternehmen gründen, mit finanziellen Mitteln ausstatten und autark los laufen lassen. Soll es ruhig in Konkurrenz zu Tesla und den eigenen Tochterunternehmen der Konzerne treten.
Wer kann dies entscheiden? Nicht die CEOs, sondern die Besitzer der Autokonzerne und damit deren Interessenvertreter. Die Aufsichtsräte! Von dort muss der Impuls kommen. Eventuell liest jemand von denen meinen Blog und wirft einen Blick auf mein Beitragsbild.

Euer Simon,

 

PS
Ich konnte das Foto auf Facebook posten aber nur weil ich WLAN in einem amerikanischen (Fast)-Food-Restaurate hatte 🙂

One Reply to “Tesla und die deutsche Automobilindustrie”

  1. Hallo Sinisa,
    wie hieß es doch in der ‚Feuerzangenbowle‘ – „Was hat er doch für fiese Charakter!“
    Wie kann man so dreist sein, ein derartiges Bilder zu machen und dann auch zu veröffentlichen. Ganz abgesehen vom die Wehrkraft zersetzenden Kommentar. Hat denn nicht unser(e) Reichskanzler(in) verfügt, die leistungsstärkeren Kraftwerke abzuschalten?
    Also, mein Honi brachte es auf den Punkt: Rückwärts nimmer, Vorwärts immer!
    Thomas

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