Yap-Steine – Wird es zukünftig Indiana Jones Technologiearchelogen geben?

Yap-Steine – Wird es zukünftig Indiana Jones Technologiearchelogen geben?

Was sind Yap-Steine und was haben diese mit Indiana Jones und Technologien zu tun? Nun, als erstes ist Yap eine kleine Insel in Mikronesien. Die Insel Yap ist bekannt geworden durch ihr einzigartiges Steingeld. Dieses wird nach der Insel Yap genannt und war noch bis 1931 offizielles Zahlungsmittel und ist wohl die älteste Ausprägung eines Bitcoins.

Wie sieht die Beziehung zu Bitcoin aus?

Warum die Steine solch eine Ähnlichkeit zur heutigen Bitcointechnologie haben ist der, dass die Eigentumsverhältnisse der Steine im Gedächtnis der Einheimischen gehalten werden und nicht, wie ursprünglich angenommen, durch die physikalischen Zugriffe deren Inhaber. Dies ist der gleiche Kerngedanke der sich hinter dem Bitcoin verbirgt. Beim Bitcoin existieren  viele „Kopien von Büchern“ bei denen ein Konsens über dessen Inhalt gibt. Dem entsprechend ist der Kerngedanke des Bitcoins in der Geschichte der Menschheit nichts neues und es gibt auch noch zahlreiche andere Kulturen, wo die Eigentumsrechte durch Generationen von Menschen in dessen Gedächtnissen verbleiben. Z.B. sind in manchen Regionen des Balkans die Besitzverhältnisse von Land immer noch in den „Köpfen“ der Menschen verankert.

Wie sieht die Beziehung zum heutigen Mining aus?

Doch woher kommt der Wert der Steine, so dass es sich lohnt sich die Eigentumsrechte zu merken? Die Steine bestehen bevorzugt aus Aragonit und Kalzit. Diese kommen auf den Yap-Inseln nicht vor. Die Steine müssen von dort wo sie vorkommen (Insel Palau), ca. 400 km nach Yap transportiert werden. Diese Reise wurde mit den damaligen Booten (Bambusflöße und Kanus) überwunden und dauerte bis zu 5 Tage. Der Wert der Steine ergibt sich aus:

  • Form und Größe
  • Schönheit
  • Alter
  • Geschichte des Steines
  • Aufwand zur Herstellung des Steines
  • Soziale Stellung des Eigentümers
  • … oder ob sogar jemand ums Leben gekommen ist (was öfters vorkam)

Wie wurde mit den Steinen bezahlt?

Die Steine werden heute nur noch sehr selten benutzt. Dies ist in der Regel nur noch der Fall bei Hochzeiten oder Landkäufen (eigentlich gibt es keinen Landbesitz auf Yap, sondern nur Nutzungsrechte) der Fall. Der Stein bleibt in der Regel unbewegt und nur den Dorfältesten, sind dessen Besitzverhältnisse bekannt. Ein Diebstahl macht somit keinen Sinn.

Beziehung zur Inflation

Das Ende des Steingeldes fand im letzten Jahrhundert statt, als ein gefahrloser und billigerer Transport der Steine möglich wurde. Dies führte sehr schnell zur Inflation. Hierbei muss ich die Geschichte von David Dean O’Keefe (1824 – 1901) erzählen. Dieser war ein irisch-amerikanischer Schiffskapitän. Er führte sein Schiff 1871 auf Yap und wurde sehr Reich, indem er Rai-Steine leichter durch modernere Werkzeuge und Transportmittel erschaffen konnte (exzessives Mining J). Dies führte zur Inflation und die Yap-Steine verloren an ihren Wert. Er wurde aber so Reich, dass Berichten zufolge er sich zum „König“ der Insel ausrief und eine eigene Flagge mit den Buchstaben „O K“ wehen lassen lief. Die Geschichte ist so spannend, dass diese 1954 mit Burt Lancaster verfilmt wurde unter den Namen „His Majesty O’Keefe“.

Beziehung zur heutigen Zeit

Diese nette Geschichte zeigt, dass der Grundgedanke welcher hinter Blockchains und Bitcoins steckt, gar nicht so neu ist. Interessant ist der Gedanke, in wie weit sich heute noch „neue“ Technologien aus älteren Technologien ableiten lassen können. Deshalb der provokative Untertitel; Wird es zukünftig so etwas wie Indiana Jones Technologiearchelogen geben?

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